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Frankreich stellt sich auf Googles Seite

21
Aug

Googles Projekt einer Internet Bibliothek ist ein ziemlich umstrittenes Projekt. Vor allem die Bundesregierung stellt sich gegen die Umsetzung, hat aber mit harten Gegnern zu kämpfen: Die EU-Kommission und viele Mitgliedsstaaten der Europäischen Union unterstützen Google aktiv. Auch Frankreich hat sich nun auf die Seite der Befürworter gestellt.

So ist die französische Nationalbibliothek bereits dabei mit Google zu verhandeln. Nathalie Kosciusko-Morizet, die in Frankreich zuständige Staatssekretärin für digitale Wirtschaft, stellte fest, dass sie nichts gegen die Digitalisierung eines Teils der Bücher habe.

Indes arbeiten auch Spanien und Großbritannien bereits seit längerer Zeit mit dem Suchmaschinenprimus zusammen, was für Deutschland bedeutet, mehr oder weniger allein gegen den Suchmaschinenkonzern in Europa zu kämpfen. Für Kulturstaatssekretär Bernd Neumann betont, dass es nicht angehen könne, dass der freie Zugang zum kulturellen Erbe monopolisiert und den Kapitalinteressen einer einzigen Firma unterworfen werde. Diese Einstellung wird auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel vertreten, wie es aus Regierungskreisen heißt.

Nichtsdestotrotz kommt Google bei seinem Projekt schnell voran. Bereits über 10 Mio. Bücher hat Google online gestellt, die unter anderem in Zusammenarbeit mit 30 großen Bibliotheken digitalisiert wurden. Unter diesen Bibliotheken befinden sich namhafte von großen Universitäten wie beispielsweise Princeton, Harvard und Stanford, oder aber Bodleian Universitätsbibliothek in Oxford. In Deutschland konnte Google bisher nur mit der Bayrischen Staatsbibliothek einen Vertrag abschließen.

Dabei werden nicht nur alte Bücher eingescannt und online gestellt, sondern auch Neuerscheinungen, sofern die Verlage ihr Einverständnis dafür erteilen (Google arbeitet bereits mit 20.000 Verlagen zusammen – unter diesen beispielsweise auch Tochterverlage von Bertelsmann und Bonnier oder Springer Science und Business).

Google argumentiert für sein Projekt dahingehend, dass maximal ein Fünftel der Texte zugänglich gemacht werden. Die Plattform diene somit als kostenlose Werbung, da der Anreiz das Buch zu kaufen so nicht verloren ginge. Auch die europäische Kommission begrüßt das Projekt, da 90 Prozent aller Bücher nicht mehr gedruckt werden und durch die Digitalisierung nun allen zugänglich gemacht werden können. Darüber hinaus würde ein derartiges Projekt, wenn es in staatlicher Hand wäre, zu viele Kosten verschlingen, als dass es finanzierbar wäre.