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Google ohne wirkliches Konzept für den Social Media Bereich

12
Aug

Zuerst die gute Nachricht für Google: Das Kerngeschäft – bekanntlich die Suche und die dazugehörige Werbevermarktung – laufen weiterhin gut und bringen dem Suchmaschinenprimus nach wie vor hohe Gewinne. Die schlechte Nachricht: Im Social Media Bereich scheint der Konzern zu scheitern – vor allem das Ende von Google Wave macht dem Konzern jüngst zu schaffen.

Mit Wave scheitert Google nicht zum ersten Mal beim Versuch das eigentliche Kerngeschäft zu verlassen. Derzeit ist dies vor allem im Social Media Bereich zu beobachten, wo Google bereits mehrere Versuche gestartet hat, gegen Facebook an Land zu gewinnen. Dabei hat das Suchmaschinenunternehmen auf vielen Wegen versucht einen Fuß in die Türe zu bekommen:

1.    Buzz. Mit Buzz versuchte Google sich gegen Twitter durchzusetzen, oder sich zumindest als ernstzunehmende Konkurrenz zu etablieren. Doch das Ziel wurde weit verfehlt: während sich der Microblogging Dienst Twitter einer stetig steigenden Beliebtheit erfreuen konnte, wurde Buzz – mit wenigen Ausnahmen – von niemanden genutzt.
2.    iGoogle. iGoogle sollte dem Wunsch der User nach einem personalisierten Auftritt nachkommen, doch nachdem das Angebot der Personalisierung sehr groß war, entschieden sich viele Nutzer für ein Alternativangebot.
3.    Wave. Erst vor wenigen Tagen wurde das offizielle Aus von Google Wave bekanntgegeben. Grund war, dass die Nutzer ausblieben und sich zu wenig Tester für das Produkt entschieden hatten. Das Tool, welches die Kommunikation und die Kollaboration revolutionieren sollte, wird nun in andere Produkte eingebunden.
4.    Google Latitude. Google Latitude ist bekanntlich ein Teil der Google „Location Based Services“ und dient dem Zweck, Freunde, die sich in der näheren Umgebung befinden, ausfindig zu machen. Auch dieses Angebot wurde nicht im gleichen Maße angenommen, wie das Konkurrenz Produkt. So erfreute sich Foursquare größerer Beliebtheit, zumal hier auch noch Empfehlungen zu Kneipen, Restaurants und Bars gegeben werden, was vor allem für Touristen ein großer Anreiz sein dürfte. Darüber hinaus weiß Foursquare seinen Usern auch noch weitere Besonderheiten zu bieten: so kann man beispielsweise zum Major – Bürgermeister – aufsteigen, wenn man sich mehrmals am selben Ort einloggt, was auch bereits zu Freigetränken in der Lieblingsbar geführt hat.
5.    Orkut. Bei Orkut handelt es sich um das bisweilen einzige reine Social Network aus dem Hause Google. Was hierzulande fast nur Insider kennen, erfreut sich hingegen zumindest in Lateinamerika steigender Beliebtheit.

Komplexität Grund für das Scheitern von Google Wave

An der eingesetzten Technik scheint Google Wave nicht gescheitert zu sein, sondern eher an der Komplexität der Anwendung, die für viele User zu hoch zu sein schien. Bei Behörden und Unternehmen konnte sich Wave ebenso wenig durchsetzen. Nachdem Google bereits verkündete, dass Teile von Wave in andere Anwendungen fließen werden, ist davon auszugehen, dass damit unter anderem das neue soziale Netzwerk namens „Google Me“ gemeint ist.

Nach dem bisherigen Scheitern Googles im Social Media Bereich drängt sich die Frage auf, ob Google dieses Feld vielleicht einfach nicht beherrscht. Die Anwendungen haben und hatten zwar alle ihren Reiz, waren allerdings nicht dazu in der Lage die breite Masse anzusprechen.

Passt die Unternehmensphilosophie von Google nicht zu Social Media?

Diese Frage wurde bereits beim Aufkommen der ersten Gerüchte von Google Me im Sillicon Valley diskutiert. Zwar habe der Konzern das Personal und die Expertise, um ein Produkt zu entwerfen und in den Markt zu bringen, in Punkto Social Media fehle dem Suchmaschinenprimus aber die veränderte Denkweise. Hier sei es nämlich wichtig, dass Kunden bzw. User Wünsche vom Unternehmen in die Tat umgesetzt werden und nicht umgekehrt.

Kurz zusammengefasst könnte man sagen, dass Google von Technik getrieben wird, Social Networks hingegen von Emotionen.

Zu spät auf den fahrenden Zug aufgesprungen

Einer der Hauptgründe für das Scheitern von Google ist wohl auch der späte Einstieg in den Social Media Bereich. Denn Facebook und Twitter hatten bereits einen derart großen Vorsprung, dass es von Google sehr ambitioniert war anzunehmen, diesen noch aufholen zu können. Ein großer Vorsprung ist vor allem in diesem Bereich ein großer Nachteil, da User beim Wechsel einen Teil ihrer Freunde verlieren. Um User von diesem anfänglichen Verlust überzeugen zu können, müssten schon sehr wichtige Gründe dafür sprechen.

Ein ehemaliger Produkt Manager von Google – Bindu Reddy – scheint dies erkannt zu haben, als er meinte, dass Google beim Start eines eigenen sozialen Netzwerkes Celebrities mit an Bord holen solle. Neben Lady Gaga, schlug er auch Megan Fox, Justin Bieber und Bruce Willis vor. Ob dies allerdings ausreicht, um User zu einem Wechsel bringen zu können, ist fraglich – speziell, wenn man sich vergegenwärtigt, welchen Sinn soziale Netzwerke erfüllen: es geht darum alte Bekanntschaften und Schulfreunde wiederzufinden, oder neue Freundschaften aufrecht zu erhalten. Das hat nicht wirklich viel mit Stars und Sternchen zu tun.