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Google will Gegenpol zu Facebook schaffen

29
Jun

In Sachen Social Media startet Google nun seine Aufholjagd. Mit dem hauseigenen Projekt Google+ möchte der Internetgigant einen Gegenpol zu Facebook und damit zum weltgrößten Online-Netzwerk setzen. Mit dem eigenen sozialen Netzwerk wagt Google den direkten Angriff auf Facebook.

Die Stärke des neuen Dienstes besteht in den Augen von Google vor allem darin, dass die Nutzer sämtliche Informationen mit ausgewählten Usern teilen können. Eine Teilung mit allen Online-Bekannten des Users wird bei dem sozialen Netzwerk durch diese Funktion vermieden. Vic Gundotra, Software-Entwickler von Google+, erklärte im Firmenblog, dass Menschen mit verschiedenen Leuten in unterschiedlicher Beziehung stehen. Mit seiner Aussage spielt Gundotra deutlich auf Facebook an. Im weltgrößten Netzwerk erhalten alle Online-Bekannten eines Mitglieds den Stempel „Freund“ aufgedrückt. Dadurch ist eine Differenzierung bei der Weitergabe von Informationen kaum möglich.

Facebook machte zuletzt immer häufiger Negativschlagzeilen. Der Grund dafür waren nicht selten versehentliche Massenparty-Aufrufe, die in dem Netzwerk geschaltet wurden. Mittlerweile zählt das Social Network rund 600 Millionen Nutzer weltweit. Damit hat Facebook seine Konkurrenten deutlich hinter sich lassen können.

Bei Google+ können Nutzer sogenannte Circles anlegen. Diese ermöglichen den Austausch mit Familienmitgliedern oder das Teilen von Informationen ausschließlich mit Arbeitskollegen. Um dies zu realisieren, basiert das Netzwerk des Internetgiganten auf mehreren Bausteinen. Einer davon ist +Sparks. Bei diesem können Nutzer die eigenen Interessen eintragen und erhalten passend zu diesen Vorschläge für Webinhalte. Google kann in diesem Bereich vor allem dank Google News und YouTube aus den Vollen schöpfen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit für den Nutzer selbst etwas zu dem jeweiligen Thema beizutragen und so andere Mitglieder mit dem gleichen Hobby zu erreichen. Die kürzlich gestartete Alternative „+1“ wird in Googles Netzwerk die Funktion von Facebooks „Gefällt mir“ übernehmen.

Ein weiterer Baustein des Netzwerks ist +Hangouts. Hier können Nutzer Videochats in einer größeren Gruppe realisieren oder können sich für eine Unterhaltung per Text entscheiden. Google hat in das Netzwerk zudem die Funktion +Sofort-Upload integriert. Durch sie soll das Verbreiten von Fotos von unterwegs erleichtert werden. Durch die Erlaubnis der Mitglieder werden alle Fotos direkt nach der Aufnahme durch Google+ in der Cloud zu einem privaten Album zusammengefügt. Ausgehend von dort können sie schließlich mit den ausgewählten Menschen geteilt werden.

Schon seit Monaten wurde darüber spekuliert, dass man im Hause Google an einem Gegenentwurf zu Facebook arbeitet. Es ist nicht das erste Mal, dass Google in die Welt der sozialen Netzwerke vorstoßen möchte. Bisherige Versuche erwiesen sich jedoch als wenig erfolgreich. Google Buzz galt schnell als Fehlschlag und das Netzwerk Orkut konnte sich lediglich in einzelnen Ländern durchsetzen. Google kann aber nicht darauf verzichten, ein Gegenstück zu Facebook auf den Markt zu bringen, denn schon heute verbringen Menschen immer mehr Zeit auf Zuckerbergs Netzwerk. Diese Zeit sind sie letztlich auch nicht bei Google. Doch sowohl für Facebook als auch für Google ist es überlebenswichtig, dass zahlreiche Menschen ihre Internetseiten besuchen, denn sie finanzieren sich über Werbung.

Darüber hinaus könnte Facebook Google bald zusätzliche Konkurrenz machen. Das soziale Netzwerk arbeitet derzeit gemeinsam mit Microsoft an einer „Sozialen Internet-Suche“. Bei dieser sollen Informationen, die aus dem Bekanntenkreis von einem Nutzer stammen, stärker im Vordergrund stehen. Bei diesen Experimenten handelt es sich um einen direkten Angriff auf das Kerngeschäft von Google. Bis heute verdient der Internetgigant sein Geld vor allem mit Anzeigen, die im Umfeld der Suchergebnisse zu finden sind.

Bei seiner Rückkehr an die Firmenspitze soll Google-Mitbegründer Larry Page den Erfolg bei sozialen Online-Diensten zur Top-Priorität erklärt haben. Bislang läuft Google+ jedoch lediglich im Testbetrieb mit wenigen Nutzern. Wie Gundotra erklärte, kann das Projekt bislang lediglich auf Einladung genutzt werden. Derzeit ist noch unklar, wann das soziale Netzwerk für die Allgemeinheit schließlich freigeschalten wird.

Quelle: Bild.de