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Granularisierung von Social Media als neuer Trend

15
Okt

Mehr und mehr Werbetreibende und Unternehmen halten Einzug in Social Media, was die Professionalisierung der Internet Auftritte weiter vorantreibt. Im Zuge dessen scheint sich derzeit ein neuer Trend herauszukristallisieren: „die Granularisierung der sozialen Netzwerke“ in Themen und Gruppen. Bereits jetzt gehen Experten davon aus, dass die Branche dadurch nachhaltig verändert werden könnte.

Social Media ist für viele mittlerweile einfach ein Synonym für Facebook und Twitter. Grund dafür ist, dass die beiden sozialen Netzwerke für Werbetreibende am attraktivsten sind. In den Vereinigten Staaten gehören Twittern und eigene Fanpages auf Facebook bereits zum guten Ton und finden in nahezu jedem Marketing Mix Platz.

Facebook und Twitter reagieren entsprechend darauf indem die Netzwerke immer mehr verfeinert werden. Echtzeitsuche, Sortierung von Gruppen und Freunden sind in diesem Zusammenhang nur einige Beispiele. Gleichzeitig werden immer mehr Funktionen integriert, die dabei helfen, dass User beim Klicken eines Links oder Abrufen fremder Inhalte das Netzwerk nicht mehr verlassen müssen. Kommunikation und Information bleiben den sozialen Netzwerken somit erhalten, was User immer mehr Zeit dort verbringen lässt.

Die Zahlen, mit denen die beiden sozialen Netzwerke aufwarten, können sich ebenfalls sehen lassen: Facebook zählt in der Zwischenzeit circa 550 Mio. Mitglieder, bei Twitter sind es ebenfalls bereits über 50 Mio. Auf der Grundlage dieser Fakten gehen Eperten von der Granularisierung von Social Media in den kommenden Jahren aus.

Gleich und Gleich gesellt sich gern

Angesichts der Anzahl der User gesellen sich viele unterschiedliche Berufe, Neigungen, Interessen und Ansichten aneinander. Nicht nur in der Psychologie weiß man, dass sich Mensch mit ähnlichen Gesinnungen gerne gruppieren. Dieses Bedürfnis greifen soziale Netzwerke nun immer mehr auf und erlauben es ihren Benutzern „sich zu finden“. Künftig werden wohl noch mehr Sortierungsmöglichkeiten und Filter in die sozialen Netzwerke Einzug halten.

Netzwerke eines bestimmten Themas werden an Bedeutung gewinnen

Wie überall anders, so gibt es auch bei den sozialen Netzwerken immer häufiger Nischen Anbieter, die sich mit einem speziellen Thema beschäftigen. Bestes Beispiel in diesem Zusammenhang ist etwa StockTwits, ein soziales Netzwerk in den USA, welches sich ausschließlich mit dem Handel von Wertpapieren, Aktien und Devisen beschäftigt und es 2010 sogar in das Ranking der Top 50 der besten Websites des Time-Magazines geschafft hat. Die Idee von StockTwits ist, dass sich Anleger auf einer Plattform treffen und sich gegenseitig bei ihren Investitionen unterstützen. So können beispielsweise Neueinsteiger von den Erfahrungen der Profis profitieren und ihnen die Investitionen gleichtun.

Beim Netzwerk eToro treffen sich, ähnlich wie bei StockTwits, ebenfalls Anleger. Hier geht es allerdings um Rohstoffe, Indizes und Devisen. Das Besondere an eToro ist, dass die Plattform nicht nur Kommunikationsplattform ist, sondern gleichzeitig auch Handelsplattform. Usern bietet sich somit die Möglichkeit nicht nur Empfehlungen anzusehen, sondern den Geschäften erfolgreicher Händler gleich zu folgen. Zu diesem Zweck haben die Betreiber zwei unterschiedliche Arten des Handels geschaffen: für Einsteiger gibt es die Möglichkeit eines Trockentrainings, wo zwar mit Live-Kursen gehandelt wird, aber ohne wirkliches Geld. Profis können sich ein richtiges Handelkonto einrichten, um an den wichtigen Börsen zu handeln. Durch den Zusammenschluss innerhalb einer Community kann eToro gleichzeitig auch die günstigeren Margen der Kooperationsbanken erreichen.

Communities wird mehr vertraut als professionellen Empfehlungen

Derartige Netzwerke profitieren vor allem von der vergangenen Finanzkrise, unter der das Vertrauen in professionelle Finanzdienstleister und Bankberater massiv gelitten hat. Empfehlungen von Privatleuten, die erfolgreich in diesem Segment tätig sind, wird mittlerweile ein größeres Vertrauen entgegengebracht. Immer mehr User folgen ihren Empfehlungen, was gleichzeitig auch die Umsätze der Plattformen – und somit auch ihr Geschäftsmodell – nach oben treibt.

In abgewandelter Form wollte wohl auch Apple diese Bewegungen für sich und sein iTunes Protal verwenden. Ping sollte ein Netzwerk werden, in dem sich User über Musik austauschen und Titel empfehlen können, was der Umsatzsteigerung dienen sollte. Zwar war die Idee im Prinzip gut, nur die Ausführung scheint Mängel beinhaltet zu haben. Zu kritisieren sind vor allem folgende Punkte:
–    Ein Netzwerk innerhalb eines proprietären Systems ist selbst proprietär
–    Eine angestrebte Zusammenarbeit mit Facebook konnte nicht durchgesetzt werden
–    Einige Funktionen waren fehlerhaft (beispielsweise das Hochladen von Fotos)
–    So entschlossen sich nur wenige User langfristig am Netzwerk teilzunehmen

Lobbying 2.0 – soziale Netzwerke als Machtfaktor in Wirtschaft und Politik

Ping kann in der Zwischenzeit so gut wie abgeschrieben werden und nur noch als Beispiel dienen, wie man es wohl eher nicht machen sollte. Künftig wird es allerdings vermehrt Versuche geben, Themen aus dem Marketing und dem E-Commerce in ein eigenes soziales Netzwerk zu überführen, damit ein eigenes Geschäftsmodell verfolgt werden kann. In diesem Zusammenhang sind vor allem Business Themen zu erwähnen – ebooks oder Mode beispielsweise. Des Weiteren ist es vorstellbar, dass eigene „Ein-Thema-Netzwerken“ entstehen, die Bankgeschäften – etwa die Vergabe von Kleinkrediten oder ähnliches – nachgehen und so den großen Konkurrenz machen.

Experten gehen weiters davon aus, dass soziale Netzwerke in der Zukunft auch dazu in der Lage sein werden, gesellschaftlichen Druck auszuüben, denn die Organisation und Aktivierung von Gruppen kann innerhalb von sozialen Netzwerken wesentlich schneller und einfacher durchgeführt werden, als das bisher der Fall gewesen ist. Nicht nur die Wirtschaft sondern auch die Politik könnte unter Druck geraten.

Innovation und Konsolidierung werden sich wellenartig abwechseln

Trends, mit denen soziale Netzwerke in Zukunft zu rechnen haben:
–    Prinzipiell werden künftig immer mehr soziale Netzwerke das Licht der Welt erblicken. Dabei werden nicht alle in direkter Konkurrenz zu Facebook & Co. stehen, sondern sich auf eigenen Themen spezialisieren.
–    User werden zu Beginn noch mehrere Netzwerke parallel verwenden.
–    Es ist davon auszugehen, dass darauf eine Konsolidierungsphase einsetzt und User werden einige Accounts wieder abmelden. In weiterer Folge werden viele Netzwerke User verlieren und teilweise sogar ganz von der Bildfläche verschwinden. Andere wiederum werden bestehen können und ihre Themen durchsetzen.
–    Darauf werden neue Innovationen folgen. Neue Techniken, Funktionen und Themen werden auf der einen Seite dazu führen, dass die etablierten Netzwerke ihre Stellung behaupten können, auf der anderen Seite werden sie allerdings auch anderen Netzwerken dazu verhelfen, sich in den Markt integrieren zu können.

Zusammenfassend kann man sagen, dass soziale Netzwerke künftig die Branchen sehr beschäftigen werden und einen immer wichtigern Stellenwert einnehmen werden.