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So verändert Social Media die Bildsprache von Unternehmen

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Jun

In sozialen Netzwerken nehmen Bilder stets die Rolle einer eigenen Botschaft sein. An dieser Stelle bietet sich Unternehmen die Möglichkeit, den Traffic und die Nutzerinteraktion der eigenen Auftritte in entsprechender Form zu steigern. Dies ist aber nur möglich, wenn sie einige, wenige Grundanforderungen erfüllen. Um diese erfüllen zu können, ist es entscheidend, dass sie ihre Kommunikation umkrempeln und damit auf die jeweiligen Besonderheiten eingehen. Die Bildsprache, die in den Social Networks eingesetzt wird, beeinflusst seit langem nicht mehr nur den Nutzer, sondern kann sich letztlich auch auf die restliche Unternehmenskommunikation auswirken.

Im Vergleich zu den Anforderungen anderer, traditioneller Medienformate unterscheiden sich die der sozialen Netzwerke mit Blick auf das Bildmaterial erheblich. In der Regel dienen Bilder sowohl in Online- als auch in Printmedien vordergründig dazu, Geschriebenes geschickt zu visualisieren. Meist handelt es sich bei ihnen deshalb ausschließlich nur um unterstützende Elemente. Die Rolle der Bilder in den sozialen Netzwerken ist jedoch eine andere. Es ist enorm wichtig, dass ein Bild in sozialen Plattformen auch dann funktioniert, wenn es nicht über einen beschreibenden Text verfügt. Die Aufgabe eines jeden geposteten Bildes besteht in erster Linie darin, dass die Nutzer zum Kommentieren oder Teilen von einem Bild angeregt werden.

Damit dies möglich ist, müssen Unternehmen verstehen, dass ein Bild nicht die Botschaft von einem Text, sondern vielmehr selbst die Botschaft ist. Diesen Aspekt muss der Nutzer schon auf den ersten Blick in seinem Newsstream verstehen können. Nur wenn dies erreicht wird, ist der Nutzer letzten Endes auch dazu bereit, die Botschaft in entsprechender Form zu verbreiten.

So muss Bildmaterial für die Social Media aussehen:

Bildmaterial kann in der Social Media nur dann überzeugen, wenn Unternehmen auf gewisse Besonderheiten eingehen. Hinsichtlich der Bildauswahl sollten sich Unternehmen darüber im Klaren sein, dass sie immer einen Schritt weitergehen sollten als dies auf der eigenen Webseite der Fall ist. Dies ist beispielsweise möglich, in dem die Nutzer aktiv in den einzelnen Prozess eingebunden werden. Die Einbindung in einen Prozess ist beispielsweise möglich, wenn die Unternehmen zu einem Fotowettbewerb für gewisse Produkte aufrufen oder die Nutzer dazu animieren eigene Produktvideos zu verfassen. Nachweislich kann durch Aktionen dieser Art der Traffic auf den entsprechenden Seiten des Unternehmens erhöht werden. Darüber hinaus können sich Unternehmen so einen umfangreichen Pool aus authentischem Bildmaterial sichern.

Bei der Bebilderung von Unternehmens-Fanseiten gibt es durchaus noch Raum für Verbesserungen. Unternehmen sollten bei der Social Media jedoch darauf verzichten, dass eigene Corporate Design auf den Social Media-Auftritt zu transportieren. Die Nutzer haben in den sozialen Netzwerken eine sehr hohe Erwartungshaltung. Aus diesem Grund sind sie visuell verwöhnter, aufgeklärter und nicht zuletzt auch kritischer denn je. Darüber hinaus sollten sich Unternehmen darüber im Klaren sein, dass sie ihren Nutzern mit den eigenen Bildern etwas bieten müssen. Der Inhalt, der transportiert werden soll, sollte sowohl kurz als auch präzise auf den Punkt gebracht werden. Eine Präzision der eigenen Aussagen wird bereits durch das Format und die Zeichenkürze von Twitter-Nachrichten unterstrichen. Es ist wichtig, dass Sachverhalte einerseits vereinfacht werden, dass sie andererseits aber auch nicht an Verständlichkeit einbüßen. Heute ist es wichtiger denn je, schnöde Werbebotschaften zu verabschieden und sich nachhaltigen Informationen zu widmen.

In der Regel lassen sich weitere Voraussetzungen für erfolgreiche Bilder und damit auch für Unternehmensauftritte leicht erfüllen. Den gewünschten Erfolg erreicht man in den meisten Fällen jedoch nicht, wenn man das Social-Media-Profil von einem Unternehmen lediglich mit Pressemitteilungen speist. Unternehmen müssen bedenken, dass die sozialen Medien grundsätzlich ihre eigenen Spielregeln bei der Bildsprache haben. Werden grundlegende Anforderungen beachtet, kann das gepostete Bildmaterial zu einem erfolgreichen Viraleffekt, einer Markenbotschaft und letzten Endes auch zu einem Interaktions-Katalysator werden.

Drei Anforderungskategorien bei den Social-Media-Bildern

Mit Blick auf die Social-Media-Bilder gibt es drei Anforderungskategorien. In diesen übergeordneten Kategorien lassen sich sämtliche Anforderungen zusammenfassen, die mit Blick auf diese Bilder vorhanden sind. Dabei handelt es sich um die generellen, die inhaltlichen und die handwerklichen Anforderungen.

Durch generelle Anforderungen wird jedem Bild dabei geholfen, sich in den sozialen Netzwerken einfacher und besser zu verbreiten. Es ist wichtig dass das Foto zum Produkt oder dem Unternehmen passt. Darüber hinaus muss es im Kontext zu einem aktuellen Anlass stehen. Demnach sind Authentizität und Aktualität zwei wichtige Anforderungen. Vor allem in letzter Zeit ist die Bedeutung der beiden Gesichtspunkte offenbar stark gestiegen. Die Übermittlung und der Nutzerzugriff erfolgen heute durch Netzwerke und Smartphones deutlich schneller.

Die inhaltlichen Anforderungen bilden die zweite Anforderungskategorie. Diese ist wichtig, damit die Bilder von den Nutzern oft geteilt und gelikt werden. Erst wenn die generellen Rahmenbedingungen erfüllt sind, sollten sich Unternehmen letzten Endes den inhaltlichen Aspekten zuwenden. Mit Blick auf die Checkliste für erfolgreiche Social-Media-Bebilderung stehen diese an der zweiten Stelle. Inhaltlich müssen die Bilder zu der jeweiligen Zielgruppe passen und sie müssen etwas Außergewöhnliches zeigen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass sie ausdrucksstark sind. Bilder in der Social Media sollten einen Nutzer emotional berühren und sollten seine Neugierde wecken.

Die dritte Kategorie umfasst die handwerklichen Anforderungen. An dieser Stelle lässt sich eine Entwicklung vom handwerklich hochwertigen Hochglanzbild zum einfachen Bild erkennen. Diese Entwicklung bezieht sich sowohl zum einen auf die Technik als auch zum anderen auf die Reduktion von komplexen Inhalten. Bilder können demnach, wenn sie für die Social Media zur Hand genommen werden, einen Schnappschusscharakter haben. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Nutzer bereits auf einen Blick eine Kernaussage erkennen können. Es ist wichtig, dass Bilder immer auch mobil funktionieren.

Unternehmen müssen in sozialen Netzwerken nicht immer auf die handwerklich hochwertigen Bilder setzen. Der Grund dafür ist simpel. Wirkt ein Bild zu sauber, wird es von Seiten der Nutzer in der Regel immer als Werbung aufgenommen und diese kommt mit Blick auf die sozialen Netzwerke nur selten gut an.

Bildmaterial muss in der Social Media dazu in der Lage sein, bei dem Nutzer einen sozialen Impuls auszulösen. Unternehmen sollten sich im Klaren darüber sein, dass Nutzer im Social Web eine emotionale und auch persönliche Bildsprache erwarten. Besonders erfolgreich sind jene Bilder, die eine Botschaft verbreiten. Funktionieren Bilder im Social-Umfeld, dienen sie in der Regel nicht nur der Visualisierung von Content, sondern erzählen selbst eine Geschichte. Aus diesem Grund handelt es sich bei den Bildern in vielen Fällen auch um Fotomontagen und Composings. Unternehmen sollten immer versuchen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Demnach muss davon abgesehen werden, sich mehreren Informationen in einem Bild zu widmen. Die Zielgruppe kann immer nur dann die Botschaft eines Bildes verstehen, wenn sich die Unternehmen auf das Wesentliche besinnen.

Attraktivere Gestaltung der Social-Media-Bildsprache

Deutsche Unternehmen sollten sich auch mit Blick auf die Social-Media-Bildsprache auf einige Positivbeispiele konzentrieren und versuchen sich an diesen zu orientieren. Auf diesem Weg lässt sich das Potenzial, das hinter der Social-Media-Bildsprache steckt, nutzen. Als Positivbeispiel kann an dieser Stelle sicherlich die Zeitschrift Business Punk genannt werden. Sie erscheint nicht allzu häufig. Die Redaktion versucht jedoch auch zwischen den Veröffentlichungen mit der Zielgruppe in Kontakt zu bleiben und veröffentlicht auf dem eigenen Facebook-Auftritt verschiedene Bilder, die auf Blogs gefunden wurden.

Unternehmen sollten sich darüber im Klaren sein, dass Nutzer mit Blick auf die sozialen Netzwerke etwas Neues erwarten. Sie möchten nicht altbekannte Bilder vorfinden, die ihnen keinen Mehrwert mehr bieten können. Aus diesem Grund ist es auch wenig sinnvoll, die gesamte „Wir über uns“-Sektion in die Social Media einzubinden.

Auch Amazon und RedBull können als Positivbeispiele genannt werden. Sie zeigen Bilder, die immer wieder eine Situation eröffnen. Ihre eigenen Produkte stehen dabei nicht so stark im Fokus wie vielleicht von einzelnen Seiten erwartet wird. Durch diese Gestaltung verkaufen die Bilder im Grunde nichts, sondern erinnern vielmehr immer wieder an die Marke. Dabei setzen sie immer das in einen interessanten Kontext, was die Marke letzten Endes erlebt. Kleine und mittelständische Unternehmen sollten darum bemüht sein, sich von der gängigen Bildsprache zu verabschieden. Demnach sollten Mitarbeiter die üblichen Standardfotos loslassen. Auch Mitarbeiter-Modelle und unspektakuläre Schmuckfotos sind in der Social Media fehl am Platz. Für KMUs sollte Individuelles und Besonderes im Fokus stehen. Möglich sind beispielsweise Bilder von echten Arbeitssituationen und Mitarbeitern. Grundsätzlich sollte auf spontane und dynamische Situationen geachtet werden. Gestellte Posen bieten sich nicht für die Social-Media-Bilder an. Anstelle der Fotografie können Illustrationen und der Comicstyle zur Hand genommen werden. Grundsätzlich sollten weniger Produktfotos eingesetzt werden. Allerdings ist es wichtig, dass diese in besonderer und ebenso hochästhetischer Form umgesetzt werden.

Empfehlenswert ist außerdem der Einsatz von wechselndem Bildmaterial. Fotos sollten mit Blick auf die Technik immer so in die Webseite eingebunden sein, dass die Möglichkeit besteht, sie zu teilen. Kleine Unternehmen und Start-ups sollten darüber hinaus darüber nachdenken, noch auf einen eigenen Facebook-Auftritt zu verzichten. Diese Unternehmen leiden meist unter chronischem Zeitmangel. Sie sollten sich immer erst dann in die sozialen Netzwerke wagen, wenn sie sich auch jemanden leisten können, der diesen Kanal letzten Endes konsequent mit den passenden Inhalten versorgt.

Wenn Unternehmen ihre Bildsprache in der Social Media attraktiver gestalten möchten, kommen sie um ein Umdenken nicht herum. Es ist wichtig, dass sie einen offeneren Kommunikationsstil zulassen. Verhalten sie sich dagegen weiter konservativ, müssen sie einfach damit rechnen, dass sie nur wenig Erfolg haben werden. Es bietet sich an, dass sich eine direkte Form von der Kundenansprache letzten Endes auch in der Gestaltung niederschlägt. Letzten Endes darf aber auch nicht vergessen werden, dass es sich bei den sozialen Netzwerken nicht um den offiziellen Kanal, sondern nur um eine weniger formelle Parallel-Schiene handelt. Menschen agieren in sozialen Netzwerken in einer anderen Form. Aus diesem Grund müssen sich auch Unternehmen offener zeigen und lockerer kommunizieren. Auch im Bereich der Social Media sollte jedoch von allzu großen Verbiegungen in der Unternehmenskommunikation abgesehen werden.

Wird in der Social Media eine Bildsprache gewählt, die fernab der CI-Vorgaben bewegt, müssen sich Unternehmen letzten Endes auch auf eine Veränderung der restlichen Unternehmenskommunikation einstellen. Dadurch ändert sich aber auch die visuelle Wahrnehmung der Nutzer mit Blick auf die jeweilige Marke. Demnach muss im Rahmen von einer Social-Media-Strategie geklärt werden, wie sich der Markenauftritt mit Blick auf die Social Media-Kanäle von dem klassischen Webauftritt differenziert. Sind Produkte beispielsweise sehr designlastig, sollte auch in erster Linie mit sauberen Bildern gearbeitet werden. Wird dies nicht umgesetzt, besteht die Gefahr, dass die visuelle Wahrnehmung von einem Design in Mitleidenschaft gezogen wird.

Quelle: ibusiness