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Wie die Universal Search das User Verhalten verändert

4
Dez

In den Zeiten, in denen die Suchergebnisse bei Google noch aus organischen und bezahlten Textanzeigen bestand, sprach man in Sachen Wahrnehmung vom goldenen Dreieck. Gemeint war damit, dass nur ersten organischen und bezahlten Suchergebnisse wahrgenommen wurden und die anderen ignoriert wurden.Fand der User nicht innerhalb des goldenen Dreiecks wonach er suchte, formulierte er seine Suchanfrage neu. Mit den neuen Suchergebnissen der Universal Search scheint sich dies nun zu verändern, was auch große Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung hat.

Wie die neuen Suchergebnisse der Universal Search aussehen, wird beispielsweise bei der Suche nach einem Star deutlich. Sucht man etwa nach Britney Spears, werden nicht nur Textlinks in den SERPs ausgegeben, sondern auch aktuelle News, Bilder, Bücher, Blogs oder Videos angezeigt.

Dabei spricht man von „Universal“, weil alle möglichen Formen der Suchergebnisse auftauchen, die dem User nützlich sein könnten. Mit dieser Form der Darstellung möchte sich Google mehr an das User Verhalten anpassen, denn wer nach Britney Spears sucht, will nicht zwangsläufig nur auf Webseiten geführt werden, die Britney Spears irgendwo im Text stehen haben, sondern sucht vielleicht nach Bildern oder Videos, wie Stefan Keuchel – Sprecher der Google Germany GmbH – erklärt. Nach welchen Kriterien die verschiedenen Medientypen in den Suchergebnissen gelistet werden, verrät er allerdings nicht.

Die Universal Search und ihre sieben Medientypen

Im Moment gibt es sieben unterschiedliche Medientypen, die in den Suchergebnissen von Google zu finden sind, weshalb Experten in diesem Zusammenhang auch von der sogenannten „Blended Search“ bzw. den „Blended SERPs“ sprechen. Welcher Medientyp wie stark in den SERPs verwendet wird, ist dabei so unterschiedlich, wie auch die verschiedenen Suchanfragen. Die sieben Medientypen, die derzeit in den SERPs anzutreffen sind, sind die folgenden:

  • Maps: Vor allem, wenn man nach Orten sucht, oder Suchanfragen stellt, bei denen ein lokaler Bezug hergestellt werden kann, werden Karten und Umgebungspläne ausgegeben.
  • Bilder: Wie bereits erwähnt, werden Bilder vor allem bei Stars und Sternchen ausgegeben. Aber auch bei der Suche nach Orten, Tieren oder Pflanzen wird gern mit Bildern geantwortet.
  • Videos: Bei den Videos, die in den SERPs von Google auftauchen ist es interessant zu beobachten, dass es sich in circa 50 Prozent der Fällen um ein Video auf Youtube handelt (bekanntlich eine Tochter von Google).
  • News: Wann immer man eine Suchanfrage zu einem aktuellen Thema stellt, werden auch aktuelle Nachrichten Beiträge ausgeliefert.
  • Blogs: Sie werden ähnlich wie die News vor allem bei aktuellen Suchanfragen ausgeliefert.
  • Bücher: Vor allem bei wissenschaftlichen Suchanfragen listet Google gern Links zu Büchern in seinen Suchergebnissen.
  • Produkt Suche: Wird nach einem bestimmten Produkt gesucht, führt die Produkt Suche direkt in Shops, die das gesuchte Produkt führen.

Bald werden die Suchergebnisse von Google um einen weiteren Medientyp reicher sein, nämlich die sozialen Netzwerke. Mit dem Microblogging Dienst Twitter wurde bereits eine Zusammenarbeit vereinbart und des Weiteren verhandelt Google mit Facebook darüber, aktuelle Statusnachrichten in die SERPs einzubinden. Das Ganze nennt sich Realtime Search – also Echtzeit Suche – und wird demnächst an den Start gehen. Wie das dann aussehen wird, sieht man bereits jetzt auf einigen Screenshots in den Google Labs für Google Social Search.

Insgesamt kann man beobachten, dass die Suchergebnisse immer „universeller“ werden. Das bedeutet, dass mehr und mehr Suchergebnisse keine Textlinks, sondern andere Medientypen sind.

Auswirkungen auf den SEO Markt

Mit der Universal Search verändert sich die Suchmaschinenoptimierung und somit auch der gesamte SEO Markt. Nachdem in den Suchergebnissen nicht mehr nur Textlinks erscheinen, müssen auch die anderen Medientypen entsprechend bedient werden. Durch die Erweiterung der Suchergebnisse durch aktuelle Beiträge aus den sozialen Netzwerken, kann zudem eine größere User Orientierung festgestellt werden.

Insgesamt wird künftig durch die Verbindung der Universal Search mit der Echtzeit Suche ein noch größeres Informationsangebot in den Suchergebnissen festzustellen sein. Nachdem sich die Suchergebnisse der anderen Formate zwischen die organischen Textlinks mischen, werden auch die Rankings neu geordnet werden. Und Platz Drei bei den Textlinks wird nicht immer auch den dritten absoluten Rang in den Suchergebnissen bedeuten.

Ein weiterer Punkt, welcher der SEO Welt derzeit Kopfzerbrechen bereitet, ist die Tatsache, dass Suchende in Zukunft ihre Suchergebnisse auch noch nach den Meinungen ihrer Freunde filtern werden können. Dies gab Google erst kürzlich über ein Video bekannt.

Insgesamt könnte man meinen, dass die Suchmaschinenoptimierung keine rosigen Aussichten hat. Manche läuten sogar schon das Ende von SEO ein. Dabei können diese Veränderungen vielmehr als Chance gesehen werden. Früher konnte man eine Mehrfachlistung in den Suchergebnissen fast nur über eine gemeinsame Verwendung von SEO und PPC erreichen. Heute ist dies nicht mehr zwingend notwendig. Werden beispielsweise die Webseite, ihre Bilder und die verwendeten Videos optimiert, dazu noch ein paar Pressemitteilungen verfasst oder etwas getwittert, kann eine Web Präsenz ohne weiteres vier oder fünf Mal in den SERPs auftauchen.

Auch das Suchverhalten ändert sich. Bereits zu Beginn wurde erwähnt, dass das bisherige Konzept des goldenen Dreiecks ausgedient hat. Mit der Universal Search werden auch noch Suchergebnisse, die sich unterhalb der dritten Platzierung wahrgenommen. Durch die verschiedenen Medientypen, die innerhalb der SERPs auftauchen, erfährt die gesamte erste Ergebnisseite Aufmerksamkeit, was sich auf die Suchmaschinenoptimierung positiv auswirkt. Besonders aufmerksamstark sind Suchergebnisse, die sich in unmittelbarer Nähe von Bildern und Videos – sogenannten Eye-Catchern – befinden.

Angepasstes SEO

Damit die Suchmaschinenoptimierung auch künftig zu den erfolgreichsten Online Marketing Strategien zählen kann, wird sich die Branche den neuen Begebenheiten anpassen müssen. Dies dürfte der SEO Branche allerdings keine all zu großen Schwierigkeiten bereiten, denn seit jeher muss man sich neu erfinden und sich den aktuellen Umständen anpassen.

Insgesamt wird SEO komplizierter und umfassender werden. Ein Bild oder ein Video in die SERPs zu bringen, bedarf eines weiter gefassten Know Hows als die bisher übliche Backlink und Keyword Bezogenheit. In diesem Sinne wird sich über kurz oder lang die Spreu vom Weizen trennen, denn für unseriöse Anbieter wird es immer schwerer werden auch mit unlauteren Mitteln die Suchergebnisse von Google zu erobern.

Gleichzeitig wird es aber auch an der Branche liegen, mehr Aufklärungsarbeit zu betreiben, damit schwarze Schafe mit ihren „günstigen“ Angeboten nicht die Überhand nehmen und somit den guten Ruf, den SEO genießt, zerstören.

Quelle: ibusiness.de